reflections

Emotionaler Hunger - der Anstoß zu diesem Blog

Ich bin seit fast 2 Jahren dabei zu versuchen mein Gewicht zu reduzieren. Meine Fressattaken machten jedoch bisher jeden Versuch zu nichte.

Ich wurde nach meinem Bericht darüber in einem Blog darauf hingewiesen das es sich dabei wohl um "emotionalen Hunger" handelt.

Also fix gegoogelt und schwer geschluckt..klingt echt arg nach mir.

Irgendwie muss ich diesen ablegen und ich fühle das in meinem Innersten noch einige Brocken liegen, die vielleicht einfach einmal raus müssen um mich nicht weiter zu belasten. Für alle die mir jetzt zu einer richtigen Therapie raten möchten: Die hab ich hinter mir, meine Depressionen und Angstzustände sind kaum noch vorhanden, letzteres eigentlich gar nicht mehr. Ich weiß ich könnte die Therapie weiter machen, aber ich möchte und sollte nach Jahren ja auch mal ohne diese meinen Weg gehen.

 

 Wenn ich so über den emotionalen Hunger nachdenke denke ich als erstes: Na ja halt nicht genug geliebt worden!

Das ist es bei mir aber nicht. Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meiner Familie.

Trotzdem, wenn ich an meine Kindheit denke sind die ersten Gedanken negativ. Sofort denke ich an Worte wie "müssen", "nicht dürfen" und ähnliches und das Gefühl zu kurz zu kommen macht sich breit. Ganz besonders schießen mir immer zwei Sätze meiner Mutter in den Kopf: " Du hast gesagt du machst das - ich kann mich nicht auf dich verlassen!" und " Du hattest so eine schöne Figur,aber die hast du dir versaut!"

Beide Sätze hörte ich öfter und ich war wirklich noch ein Kind! Soweit ich mich erinnere etwa 11/12 Jahre alt. 

Ich möchte meiner Mutter eigentlich keine Vorwürfe machen, sie hatte 3 Kinder zu versorgen und mein Vater war nie eine große Hilfe, erst Recht nicht nach der Trennung als ich 11 Jahre alt war.

 Doch ohne das eigentlich möchte ich ihr diese machen! Sie ist meine Mutter, sie hätte anders mit gewissen Situationen umgehen müssen und es wäre ihr Job gewesen rechzeitig einzuschreiten um mich zu schützen.

Nichts davon hat sie getan. 

Horche ich in mich hinein ist da eine unbändige Wut, totale Hilfslosigkeit und jede Menge Frust und absolute Fassungslosigkeit, aber auch Verständnis und das Wissen um Sorgen und Nöte. Ich denke da kämpft in mir das Kind mit der Frau und der Mutter. Alle drei Rollen sind ein Teil von mir, alle denken und brauchen etwas anderes, aber ganz klar, manchmal sind Sie sich einig: Meine Mutter ist entgegen ihrer Meinung ganz und gar nicht unschuldig an meinen 90 kg Übergewicht!

Ich denke ich habe nie gelernt mich zu lieben, irgendwas war immer falsch an mir und mit dem Essen habe ich mich selbst belohnt wenn es sonst keiner tat.

Auch heute noch bin ich völlig abhängig von externer Bestätigung, zufrieden mit mir bin ich nie - egal in welchem Bezug.

Es ist nicht so das ich keine Anerkennung bekomme, aber sie reicht mir nie!

Da beginnt dann wieder der emotionale Hunger und damit Enden neue Kilos auf mir und meiner Seele, denn mittlerweile fühle ich mich nicht mal mehr beim Essen gut, erst recht nicht danach.

Und um diesen Teufelskreis ein bisschen zu durchbrechen schreibe ich mir ab sofort alles von der Seele. Den Frust, die Ängste und all die Wut die noch in mir lauert.

 

 

7.7.15 14:11

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